Prätagung der AG Junge Forschung zur WFKT-Jahrestagung 2023

Eine Tagung von Studierenden, mit Studierenden und für Studierende

Jedes Jahr schließen eine Vielzahl von Studierenden ein Studium in den Künstlerischen Therapien ab. Teil eines solchen Abschlusses ist eine lang ersehnte oder eher gefürchtete Abschlussarbeit. Sie bietet die Möglichkeit ein spezifisches Thema gründlich zu erkunden und neue Erkenntnisse zu gewinnen. In vielen Fällen ist die Arbeit ein Sprungbrett für zukünftige Forschungsvorhaben oder berufliche Tätigkeiten. Abschlussarbeiten haben dadurch das Potenzial das Feld der Künstlerischen Therapien maßgeblich voranzutreiben. Die Prätagung der AG Jungen Forschung, die im vergangenen Oktober an der HKS Ottersberg stattfand, präsentierte neun solcher Abschlussarbeiten und skizzierte so die Zukunft der Künstlerischen Therapien in Deutschland.

Die AG Junge Forschung der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien hat sich zu dem Zweck gebildet den vielfältigen Wert studentischer Arbeiten anzuerkennen und ihnen eine breite Plattform und Publikum zu bieten. Die diesjährige Prätagung, die von Tobias Constien und Susanne Maus-Hermes von der AG Junge Forschung an der HKS Ottersberg am 26. Oktober 2023 organsiert wurde, war in diesem Sinne einzigartig, da Sie die erste Tagung in den Künstlerischen Therapien war, die komplett von Studierende, für Studierenden, mit Studierenden organisiert wurde.

Insgesamt präsentierten neun junge Forschende von Bachelor- und Masterstudiengängen als auch aktuellen Promotionsvorhaben ihre Arbeiten einem breiten Publikum aus ganz Deutschland. Zunächst führte Verena Hopfner von der SRH Heidelberg mit einem Impulsvortrag zur Bedeutung der Vernetzung von Wissenschaft und Praxis in den Künstlerischen Therapien in den Tag. Ihr Vortrag basierte auf Erkenntnissen aus ihrer eigenen Masterarbeit aber auch maßgeblich auf Erfahrungen aus ihrem Musiktherapie.Science Podcast. Durch eine anschließende Podiumsdiskussion mit Prof. Johannes Junker der HfWU Nürtingen-Geislingen und Dr. Kathrin Seifert der HKS Ottersberg wurde ihr Vortrag besonders im Hinblick auf Studierende und deren Ausbildung besprochen.

Darauf folgten Katharina Berres, Alexandra Mayer, Friederike Plöger und Sinja Trotter, die ihre Masterarbeiten präsentierten. Katharina zeigte ihre theatertherapie-inspirierte Methode des Einfühlenden Imitierens und präsentierte Ergebnisse ihrer phänomenologischen Forschung. Alexandra verknüpfte in ihrer Präsentation ihre beiden Leidenschaften Yoga und Kunsttherapie und zeigte deren Verknüpfungen in der von ihr entwickelten KUYO-Therapie auf. Friederike präsentierte die Ergebnisse ihrer systematische Literaturrecherche zu Materialfunktionen im kunsttherapeutischen Prozess. Zudem stellte Sinja vor wie Tanz- und Bewegungstherapie in den Schulalltag von Kindern und Jugendlichen integriert werden kann.

Paula Busse und Sungeun Kim stellten außerdem ihre aktuellen Dissertationsprojekte vor. Paula zeigte zuerst, wie das Hormon Oxytocin in Studien zu Künstlerischen Therapien als physiologische Messung integriert werden kann und präsentierte dann Ergebnisse ihrer Studie in der Musiktherapie. Schlussendlich präsentierte Sungeun die von ihr entwickelte Methode des Impromusiktheaters für die Behandlung von Menschen mit Demenz, die sie in einer Mixed-Methods Studie untersucht hat.

Insgesamt zeigten die Vorträge der Prä-Tagung auf, wie vielfältig, relevant, aber auch qualitative hochwertig studentische Arbeiten im Feld der Künstlerischen Therapien sind. Es kann festgehalten werden, dass wichtige Forschung für die Künstlerischen Therapien nicht erst mit einem Doktortitel beginnt, sondern bereits von Studierenden vom Bachelor bis zur Promotion betrieben wird.

Anschließend kamen Studierende direkt zu Wort. Ida Meinel und Yasmin Habaal stellten ihre Bachelorarbeiten vor, die im Rahmen ihres Theatertherapie Studiums entstanden sind. Ida präsentierte eine quantitative Analyse von den verschiedenen Berufs- und Ausbildungswegen studierter Theatertherapeut*innen. Yasmin stellte ihre qualitative Forschung zum Umgang mit Armutserfahrungen von Klient*innen in der Theatertherapie vor.

Dein Interesse ist geweckt? Klasse! Alle Abstracts der Präsentationen der Prätagung sind beim Journal of Arts Therapies – Journal of Art-, Music-, Dance-, Drama- and Poetry-Therapy verfügbar!